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Face-to-Face mit Dane Watts

 Copyright: Horst Haarger

 

Wie beschreibt man einen Spielertyp wie Dane Watts? Mr. Everything? Ein Spieler den die Trainer lieben? Nun eines steht zumindest fest, er ist niemand der für die große Show steht. Auch das Rampenlicht meidet er so gut es geht. Watts ist einer dieser ehrlichen Arbeiter. Einer von denen die Dinge tun, die man später nicht auf dem Statistikbogen finden kann. Experten sprechen in diesen Momenten von den „kleinen Sachen“, die so wichtig für den Erfolg eines Teams sind und von den Mitspielern hoch geschätzt werden. Der 27 jährige blickt auf eine fünfjährige Profikarriere zurück, die er komplett in Deutschland verbracht hat. Ludwigsburg, Tübingen und Ulm lauteten die Stationen in der BEKO Basketball Bundesliga. 2011 machte er eine Stippvisite in Frankreich, um dort mit Hyeres-Toulon die Playoffs zu spielen. Der in Kansas City geborene US-Amerikaner verkörperte dabei vom Mitläufer bis zum Leistungsträger so gut wie jede Rolle. Enttäuscht hat er dabei in keinem Fall und auch in der Fangemeinde galt er immer als äußerst beliebt. Anfang des Jahres verletzte Watts sich leider am Rücken. Zunächst bestand noch berechtigte Hoffnung auf ein baldiges Comeback, doch es kam leider ganz anders und es wurde still um ihn. Nach der Saison entschied sich Ratiopharm Ulm relativ schnell dafür, nicht auf eine Genesung des 2,03 m großen Forwards zu warten und somit schließt sich auch dieses Kapitel in seinem Leben. Dennoch wollte ich wissen, wie es Dane geht und hab ihn darum gebeten das erste „Face-to-Face“ Interview meines Blogs mit mir zu machen. Im folgenden Interview spricht er über seine Leidenszeit, seine Karriere und seine Zukunft.

 

Es scheint schon eine Ewigkeit her zu sein seit man dich zum letzten mal auf dem Feld gesehen hat, also muss die erste Frage lauten: Wie geht es dir im Moment? Und wie läuft die Reha bis jetzt?

Es läuft gerade alles gut, ich bin mit meiner Familie in den Staaten um meine Reha fortzusetzen. Mein Rücken ist viel besser als er es zuletzt in Deutschland war, aber es ist ein langer Prozess um wieder auf einem hohen Level Basketball spielen zu können.

 

Dein ehemaliger Club, Ratiopharm Ulm, hat vor ein paar Wochen bekanntgegeben, dass sie dir angeboten haben dich in Ulm fit zu halten bis du ein neues Team gefunden hast. Machst du also deine Reha in Ulm? Kannst du ein ungefähres Zeitfenster benennen, wann du wieder bei 100% bist?

Ich habe persönlich dieses Angebot nie erhalten. Es kann sein, dass es meinem Agenten gesagt wurde, aber ich mache meine Reha weiterhin in den USA. Es ist schwierig bei dieser komplizierten Verletzung ein Zeitfenster zu nennen. Das Nervensystem heilt bei jeder Person anders. Alles was ich sagen kann ist, das es mir besser geht und ich jeden Tag Fortschritte mache. Sobald ich wieder bei 100% bin werde ich mich nach einem neuen Job umsehen.

 

 

Ich weiß aus eigener Erfahrung wie hart die Rehabilitationszeit sein kann und noch viel wichtiger, wie schwer es ist in dieser Zeit motiviert zu bleiben. Kannst du mir sagen was deine Methoden sind positiv zu bleiben und jeden Tag hart zu arbeiten? Oder ist das einfach Teil deiner Persönlichkeit?

Die Herausforderung für mich bei dieser Verletzung ist es nicht zu viel zu tun. Es gab Wochen in denen habe ich wirklich hart trainiert und in der nächsten Woche konnte ich das dann einfach nicht mehr. Ich habe auf Grund dieser Situation viel gebetet und Gott für diesen Prozess um Stärke gebeten. Es ist eine immer zunehmende Erfahrung für mich und meine Familie während dieser Zeit in der ich nicht spiele, aber wir bleiben immer positiv!

 

 

Wenn wir gerade vom positiv bleiben sprechen: Du bist jetzt Vater, einer der größten Segen die einem Menschen widerfahren können. Zunächst mal wie geht es dem kleinen Mann? Und wie hat seine Geburt deine Sicht aufs Leben verändert?

Vater zu werden ist ein großartiger Segen in meinem Leben! Ich kann gar nicht negativ sein wenn ich meinen Sohn jeden Tag lächeln sehe. Er redet und läuft mittlerweile, er ist jetzt ein kleiner Mann und kein Baby mehr.

 

 

Wenn man einige deiner Einträge auf Facebook liest und dein Lebensmotto („Lebe deinen Glauben!" ) kennt, bekommt man einen Eindruck davon, dass Glaube und Religion eine wichtige Rolle in deinem Leben spielen. War das immer etwas auf das du dich verlassen hast? Wurdest du so erzogen oder ist das etwas das du im Laufe deines Lebens für dich entdeckt hast?

Glaube ist ein sehr großer Teil in meinem Leben. Ich bin glücklich darüber das es etwas ist auf das ich mich in harten Zeiten meines Lebens verlassen kann. Ich bin in einer Familie groß geworden die einen starken Glauben an Gott hat, aber ich habe Gott über mein ganzes Leben hinweg für mich entdeckt.

 

 

Ich möchte nun ein wenig auf deine Karriere zurückblicken. Dein erstes Jahr in Europa, nach dem du deinen Abschluss an der Creighton University gemacht hast, verbrachtest du in Ludwigsburg. Zu dieser Zeit hast du den Eindruck gemacht ein typischer „Stretch-Four“ Spieler zu sein, ein Forward der einen guten Distanzwurf hat und auch über eine gewisse Athletik verfügt. Du hattest damals 8,9 Punkte pro Spiel und 3,8 Rebounds. Was sind deine Erinnerung an dein erstes Jahr, auf und neben dem Platz? Welche Rolle hattest du in diesem Team?

Das war ein gutes Jahr in meinem Leben, es war meiner Frau und mein erstes Ehejahr und auch das erste Jahr in Europa. Ich bin dem Ludwigsburger Management und Coach Stafford dankbar dafür, dass sie mir die Chance gegeben haben Profi zu sein. Ich war ein Rookie in einem Team voller Veteranen und meine Rolle war es von der Bank zu kommen um ein paar Dreier zu Treffen, Rebounds zu holen und zu Verteidigen.

 

 

Dennoch war das Team nicht sehr erfolgreich und Coach Stafford wurde während der Saison entlassen. Rick Stafford kam danach nie wieder wirklich auf die BBL-Bühne zurück. Hast du irgendwelche Erinnerungen wie er gearbeitet hat und was falsch lief?

Es war eine schwierige Situation für einen Rookie Coach. Wir hatten einen großartigen Start, waren aber in der zweiten Hälfte der Saison nie konstant genug um die Playoffs zu erreichen. Ich denke dass das Team einfach in diesem Jahr nicht konstant genug war um in die Playoffs zu kommen. Wir haben auch sehr wenige Spiele auswärts gewonnen.

 

 

Nach einem soliden Rookiejahr in einem durchwachsenem Team hast du einen Vertrag bei den WALTER Tigers Tübingen unterschrieben. In meinen Augen der stärkste Kader den Tübingen in ihrer bisherigen BBL-Historie hatte, mit Spielern wie Nadjfeij, Travis, Ratkovica usw. Aber du hast dennoch deine Statistiken verbessert (10,2 Punkte 5,4 Rebounds und 37% Dreier) und das Team hätte beinahe die Playoffs erreicht. Wie war diese Saison für dich und was blieb dir im Gedächtnis? Hattest du dort eine ähnliche Rolle wie in Ludwigsburg?

Ich stimme zu, wir hatten damals ein sehr talentiertes Team in Tübingen. Wir waren Auswärts nicht konstant genug um die Playoffs zu erreichen, das ist ein wichtiger Schlüssel in der BBL. Ich hatte in Tübingen mehr Freiheiten mein komplettes Spiel zu zeigen und ich konnte meine Fähigkeiten etwas ausweiten. Ich bin Robert Wintermantel und Igor Perovic sehr dankbar, dass sie mich nach meinem Rookiejahr verpflichtet haben.

 

 

Wie war es zum einen mit einem Brane Ratkovica zusammen zu spielen, einem der talentiertesten Point-Guards? Und zum anderen mit Aleksander Nadjfeij, der ohne Zweifel der Spieler mit dem höchsten Basketball-IQ ist?

Es war gut mit einem Point-Guard wie Brane zusammen zu spielen. Er ist wahrscheinlich der Spieler mit den besten Passfähigkeiten mit dem ich je zusammengespielt habe. Ich habe viele einfache Körbe durch ihn verbuchen können, weil er immer zur richtigen Zeit gepasst hat. Ich habe ebenfalls sehr viel dadurch gelernt, dass ich jeden Tag im Training gegen Nadjfeij gespielt habe. Er hat einige Post-Bewegungen drauf die ich noch nie gesehen hatte. Ich bin mit beiden Spielern noch in regem Kontakt.

 

 

Du bist noch ein weiteres Jahr bei den Tigers geblieben und sie haben einige gute Transfers während des Sommers getätigt. Sie haben dich und Ratkovica behalten und einige bekannte BBL-Spieler, wie Chris Oliver aus Göttingen und Anatoly Kashirov vom MBC, dazu geholt. Du hast deine Statistiken erneut verbessert (13,7 Punkte 7,6 Rebounds) und wurdest zum Go-to-Guy in Tübingen. Aber das Team hat es leider nicht geschafft, die Playoffs wurden erneut verpasst. Wie war dieses Jahr als Topspieler dieses Teams für dich?

Das war ein sehr gutes Jahr für mich persönlich. Ich denke, da ich das zweite Jahr bei diesem Club war, hat es für mich angenehmer gemacht und ich konnte mich ausschließlich auf Basketball konzentrieren. Statistisch gesehen war ich der Topspieler, aber wir hatten ein sehr ausgeglichenes Team. Ich denke, dass ich dem Rest der BBL in dieser Saison meine hohe Qualität gezeigt habe und das ich einer der Top Power Forwards in dieser Liga sein kann.

 

 

Sobald die Saison für Tübingen vorbei war hast du in Frankreich bei Hyeres-Toulon unterschrieben und mit ihnen die Playoffs gespielt. War es schwierig sich in ein Team zu integrieren, dass schon die komplette Saison zusammen ist? Und wie war diese Erfahrung generell für dich?

Es war für mich als Spieler eine sehr gute Erfahrung, es war meine erste Playoff-Erfahrung als Profi. Meine Mitspieler in Frankreich waren großartige Jungs und es war überhaupt nicht schwer mich an das neue Team anzupassen, sie haben es mir sehr leicht gemacht. Es war anders für einen französischen Trainer zu spielen und in einer neuen Liga zu sein, aber es war sehr gut für mich.

 

 

Anschließend kam dein Wechsel nach Ulm. Ich meine, wir haben alle die Reaktionen der Tigers Fans im Internet gelesen und haben gesehen was bei dem Auswärtsspiel in Tübingen alles vorgefallen ist. Wie waren diese Reaktionen für dich persönlich? Haben sie dich in irgendeiner Form getroffen? Für mich persönlich sind in Tübingen einige Leute deutlich zu weit gegangen.

Ich denke, dass viele meiner Aussagen falsch dargestellt wurden und es deswegen den Anschein machte, dass ich den Tübinger Fans gegenüber respektlos bin. Die Leute die mich persönlich kennen wissen, dass ich die Zeit in Tübingen geliebt habe. Es hat weh getan zu sehen, wie sich manche Leute nach dem Spiel verhalten haben. Ich habe damit gerechnet, dass sie mich auspfeifen weil ich ja jetzt in dem anderen Team war. Aber nach dem Spiel bin ich kein Spieler mehr, dann beleidigst du mich als Mensch und das muss wirklich nicht sein. Ich weiß es sehr zu schätzen, wie die Ulmer Fans damals hinter mir standen und bei diesem Spiel die „Watts UP“ T-Shirts getragen haben. Ich habe mich dadurch bei meinem neuen Club sehr willkommen gefühlt.

 

 

Ulm spielte eine herausragende Saison in deinem ersten Jahr. Die neue Arena wurde eröffnet und ihr seit durch diese Saison geflogen ohne jemals zurück zu blicken. Es endete mit einem zweiten Platz in der Liga und sehr viel Respekt aus dem ganzen Land. Beschreibe doch bitte mal, wie sich das Jahr für dich angefühlt hat und wie es war wieder ein Rollenspieler zu sein, nachdem du in Tübingen ja der Go-to-Guy warst?

Das war eines der besten Teams in denen ich je gespielt habe in meiner kompletten Basketball Karriere. Die Art wie wir jeden Tag trainiert haben war anders als in jedem anderen Team in welchem ich gespielt habe. Der Wettbewerb auf jeder Position hat jeden besser gemacht. Wir hatten großartige Spieler die gestartet sind und genau so gute Spieler auf der Bank. Ich habe ein paar individuelle Möglichkeiten zum Wohle des Teams geopfert in der Hoffnung das wir die Meisterschaft gewinnen. Wir waren nah dran und ich habe es geliebt für dieses Team zu spielen. Es fühlte sich an als könnten wir jeden schlagen.

 

 

Du bist in Ulm geblieben, genau wie das komplette restliche Team mit Ausnahme von Isiaih Swann. Also dachten natürlich viele, dass dies das große Jahr für Ulm werden könnte. Aber wie wir alle wissen, war es ein Jahr voller Verletzungen. Als du dir deinen Rücken verletzt hast, wie lauteten damals die ersten Diagnosen der Ärzte wie lange du ausfällst? Und ab welchem Punkt wusstest du das die Saison für dich gelaufen ist?

Wir hatten sehr große Hoffnungen, da ja fast das komplette Team zusammen blieb. Ich finde es war dennoch eine gute Saison für uns, gerade wegen den ganzen Verletzungen. Basti (Betz), Keaton (Nankivil), Tommy (Mason Griffin), Per (Günther) und ich hatten alle schwerwiegende Verletzungen und wir waren dennoch nur ein Spiel davon entfernt wieder im Finale zu stehen. Ich denke das zeigt, welchen großartigen Charakter wir in diesem Team hatten. Als ich mich am Rücken verletzte konnten wir nur warten und sehen wie es sich entwickelt. Der Nerv heilte nicht so, wie die Ärzte es gehofft haben, es wurde sogar schlimmer. Als dann eine Operation nötig war wusste ich, dass die Saison für mich vorbei ist.

 

 

Selbst für uns Fans war es hart dich jedes mal in „Straßenklamotten“ in der Arena zu sehen. Aber wie ist es für einen Vollblutathleten wie dich, gezwungen zu sein die Spiele als Zuschauer zu betrachten? Hattest du zuvor jemals eine schwerere Verletzung?

Es war hart zu sehen wie sich das Team in einigen Spielen auf Grund der verletzten Spieler schwer tat, vor allem da ich wusste, dass ich dem Team helfen könnte wenn ich gesund wäre. Es ist für einen Sportler nie einfach, Spiele von der Seitenlinie aus zu betrachten. Dieses Gefühl bringt mich dazu in der Reha noch härter zu arbeiten um zurückzukommen und auf einem noch höheren Level zu spielen als zuvor.

 

 

Du bist während deiner bisherigen Profikarriere immer in Süddeutschland geblieben. Was gefällt dir an dieser Gegend so sehr? Oder war das eher eine familiäre Entscheidung?

Dies waren eben die Teams die mich haben wollten. Wir waren sehr gesegnet damit in Süddeutschland zu bleiben während meiner bisherigen Karriere. Es macht es um vieles leichter zu einem neuen Club zu wechseln, wenn man sich in der Umgebung schon wohl fühlt. Meine Familie fühlt sich dort zuhause und wir haben viele tolle Menschen im Süden kennengelernt.

 

 

Ich habe in einem Interview über dich gelesen, dass du seit du dich verletzt hast nur noch eine Art Babysitter zuhause bist :-) Ist der kleine Mann also gerade dein größtes Hobby? Oder was tust du um zu entspannen?

Das war wahrscheinlich als ich noch in Ulm war. Während dieser Zeit konnte ich nicht viel für meine Rehabilitation tun, also war ich die meiste Zeit zuhause und habe mit meinem Sohn gespielt. Jetzt habe ich die Möglichkeit einiges mehr zu tun und ich bin die meiste Zeit des Tages unterwegs, bei verschiedenen Behandlungs- und Rehaterminen. Ich sehe ihn noch immer sehr oft, aber ich trainiere zur Zeit sehr viel.

 

 

Nun, wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus? Wirst du in Deutschland bleiben oder gibt es irgendetwas anderes das du uns über deine Zukunft sagen kannst? Ich möchte ja nicht fies klingen, aber so wie die Vorbereitung bisher läuft könnte Tübingen bald noch einen Big Man gebrauchen :-)

Ich werde mich in den Staaten erholen, bis ich wieder soweit bin einem Team helfen zu können. Ich bin durch die gesamten Vereinigten Staaten gereist um Spezialist und hoch qualifizierte Therapeuten für meine Reha zu treffen, um sicher zu gehen das mein Rücken richtig heilt und ich die besten Möglichkeiten habe wieder zurückzukommen. Ich kann keinem BBL-Team helfen wenn ich nur bei 75% bin. Ich weiß nicht wann das sein wird, aber ich werde offen sein für jede Möglichkeit die mir gegeben wird um meine Karriere fortzuführen und zu zeigen, dass ich wieder gesund bin.

 

 

Wir kommen jetzt zu meinem letzten Punkt. Ich möchte diesen dazu nutzen dir die Chance zu geben etwas zu deinen Fans in Ulm, Tübingen, Ludwigsburg oder wo auch immer zu sagen, die auch während deiner schweren Zeit hinter dir standen........

Ich möchte einfach nur DANKE sagen zu all den Leuten in Deutschland und Europa, die meine Karriere bisher verfolgt haben. Ich habe viele großartige Menschen in den Städten kennengelernt in denen ich gespielt habe und bin bis heute mit Spielern und Trainern aller Teams in denen ich gespielt habe in Kontakt. Ich weiß, dass die Teams in denen ich gespielt habe große Lokalrivalen sind, aber ich war in jedem einzelnen sehr willkommen und habe mit allen großartige Erfahrungen gemacht. Die Unterstützung der Fans ist das was die BBL besonders macht und ich hoffe das ich in Zukunft bald wieder vor ihnen spielen kann!

 

 

Ich möchte mich nochmal ganz herzlich bei Dane für dieses Interview bedanken und auch für die Zeit, die er sich dafür genommen hat! Ich wünsche ihm für die Zukunft alles Gute, seiner Familie viel Gesundheit und das wir ihn bald wieder in einem Trikot auf dem Feld sehen können!

21.9.13 21:01, kommentieren

Ein Sommermärchen!??

Zumindest in der allgemeinen Öffentlichkeit waren die Vorzeichen so gut, wie schon lange Zeit nicht mehr. Oder können sich noch viele von euch an die letzte Basketballübertragung im öffentlich rechtlichen Fernsehen erinnern? Nun ich persönlich bin jetzt 27 Jahre alt und für mich war es etwas Neues. Es war also das erste deutsche Fernsehen (ARD) mit an Board und natürlich auch der "unkaputtbare" Frank Buschmann, mit dem Internetportal Spox, war in Slowenien vor Ort. So umfassend wurde wohl selten von einer Basketball-EM berichtet. Aber auch die Printmedien waren voller positiver Meldungen, natürlich auch bedingt durch die NBA-Neulinge Dennis Schröder und Elias Harris, über dieses neue junge Team um Kapitän Heiko Schaffartzik. Zudem es ja auch seit diesem Jahr einen neuen Mann auf dem Trainerstuhl gibt. Frank Menz heißt derjenige, der nun also ein neues Team formen soll mit dem Fernziel Olympische Spiele in Rio 2016. Auch von den DBB Oberen um Ingo Weiss wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass dieses Turnier unter dem Credo des Neuaufbaus steht. Die Mannschaft startete stark mit einem Sieg gegen Frankreich, mit den NBA-Stars Tony Parker und Nicola Batum um nur mal zwei zu nennen. Aber nach diesem überraschenden Erfolg gegen die so hoch gelobte "Equipe Tricolor" geschah etwas, das wohl auch die düstersten Pessimisten nicht erwartet hätten. Es folgten Niederlagen gegen drei Nationen, die laut Headcoach Menz Teams sind "an denen wir uns orientieren müssen"! Aber es hagelte Niederlagen gegen Belgien, Ukraine und Großbritannien - diese waren zwar durchweg knapp, jedoch stand am Ende das ernüchternde Aus nach der Vorrunde. Es folge zum Abschluss ein Sieg gegen Israel und es blieben viele Fragezeichen - warum also wurde diese Chance nicht genutzt?

 

Ich möchte hier nochmals betonen, dass ich in diesem Blog nur meine selektive Meinung wiedergebe. Und dennoch ist diese Frage nicht leicht zu beantworten. Zunächst muss man einmal sagen, dass diese Europameisterschaft, zumindest was die personelle Situation angeht, unter keinen optimalen Vorzeichen stand. Es war ja schon längere Zeit klar, dass Dirk Nowitzki in diesem Sommer nicht zur Verfügung steht, was in Anbetracht seines Nachwuchses auch absolut nachvollziehbar ist. Wie wir ja alle nur zu gut wissen bedeutet eine Abstinenz von Dirk natürlich auch, dass Chris Kaman sich ebenfalls nicht dazu durchringt für die Nationalmannschaft zu spielen. Wie sagt man so schön.......same procedure as.....naja. Es folgte ein längeres hin und her um die beiden wohl hoffnungsvollsten Talente Deutschlands, Dennis Schröder und Elias Harris. Schröder, der gerade an Position 17 von den Atlanta Hawks gedraftet wurde, und Harris, der gerade einen Zweijahresvertrag bei den Los Angeles Lakers unterzeichnet hat, entschieden sich beide dafür die Vorbereitung bei ihren neuen Teams einem Sommer im Nationalteam vorzuziehen. Aus ihrer Sicht sicher verständlich, aber für das deutsche Team natürlich ärgerlich. Dann wäre da noch Tim Ohlbrecht, auch er entschied sich für einen Sommer bei seinem NBA-Team und gegen einen Trip nach Slowenien. Zudem schien auch die Verletzten-liste immer länger zu werden, da wurde es schon schwer alle Namen zusammen zu bekommen. Aber um mal ein paar Namen zu nennen: Daniel Theis, Philip Schwethelm, Philipp Neumann.....usw. Nicht zu vergessen ein Jan Jagla, der sich selbst einmal eine Auszeit gönnen wollte. Das Team war also jung und die Alternativen rar.

 

 Was mich auch schon zum ersten der Punkte führt, der meines Erachtens die Mission Europameisterschaft 2013 schon vor dem Start des Turniers zum Scheitern verurteilte. Seit der Kader des deutschen Teams feststand wurde den Spielern quasi in jedem Interview der Verantwortlichen ein Alibi für Niederlagen auf dem Silbertablett serviert! Wie oft mussten wir die Durchhalteparolen ("Wir sind hier um etwas zu lernen"; "Dieses Turnier ist der Start eines Neuaufbaus"; "Diese EM und die nächste WM sind erst mal nicht so wichtig" bevor überhaupt ein Spiel gespielt war. Natürlich ist diese Mannschaft jung und ja auch zumeist unerfahren. Aber welches Signal gibt man diesem Team denn mit solch einer Aussage? Jeder der mal in einem Wettbewerb stand, das muss nicht mal Leistungssport sein, tritt doch an um diesen so gut wie möglich zu beenden - sprich zu gewinnen. Aber mit solchen Aussagen, wie sie die DBB-Oberen und auch Coach Menz von sich gegeben haben suggeriert man der Truppe doch, dass man ihr zum einen nicht viel zutraut und zum anderen es ja auch nicht so schlimm ist. Ob man so ein erfolgreiches Turnier spielen kann in dem ein Team ja auch reifen und sich bilden soll? Meiner Meinung nach auf keinen Fall.

 

In diesem Zusammenhang möchte ich zu einem weiteren Punkt kommen. Ehrlich gesagt ist das ein Thema das mich zum Teil wirklich wütend gemacht hat, vor allem wenn man den vorherigen Absatz berücksichtigt. Es wurde also gesagt, das Team ist jung und unerfahren, so weit so gut. Aber wie kann es dann sein, dass ein Frank Menz mit einer solchen leblosen Art diese Mannschaft coacht? Ich weiß bzw. habe natürlich auch die Erklärungen gelesen, dass Menz ein ruhiger Typ ist und ich kenne auch seine Begründung, dass er auf die "armen" Jungs nicht noch drauf hauen möchte. Aber entschuldigt bitte, an wem soll sich diese junge Truppe denn bitte orientieren, wenn nicht am Trainer? Wer soll denn den Takt vorgeben? Ich will das jetzt auch gar nicht an der einen Auszeit festmachen, in der Schaffartzik seinen Trainer einfach überstimmt hat (auch wenn das absolut nicht geht!). Aber es war doch im gesamten Turnier nicht eine einzige Ansprache in der Coach Menz die Jungs mal aufgerüttelt, angefeuert oder auch mal an gemeckert hat. Nein, es war ständig das selbe monotone Gerede. Er muss den Weg vorgeben, egal welche Art Charakter er auch haben mag, da muss er dann auch mal über seinen Schatten springen. Ob er das kann? da würde ich mich jetzt lieber enthalten........

 

Was meiner Meinung nach ebenfalls eine große vertane Chance war, ist der Punkt mit der TV-Präsenz. Da überträgt die ARD schon einmal drei deutsche Spiele im Free-TV, sogar mit dem Sieg gegen Frankreich im Rücken und dann kommen drei solche Leistungen. Diese Niederlagen an sich wären ja vielleicht nicht einmal das große Problem. Aber sich dann hinzustellen und landesweit zu sagen, dass das ja egal ist und wir hier eh nur sind um zu lernen, DAS geht gar nicht. Frank Buschmann hat das schon ganz richtig gesagt, wie in aller Welt soll man so was der Öffentlichkeit verkaufen? Zudem man ja wie erwähnt nicht müde wurde zu betonen, das auch die nächste WM eher nebensächlich ist und man nicht unbedingt daran teilnehmen müsse. Glaubt Herr Weiss denn ernsthaft, dass die ARD das nochmal mitmacht? Von anderen Sendern mal ganz zu schweigen. Man hat seit Jahren darum gekämpft, dass die Spiele in diesem Umfang endlich mal im öffentlich rechtlichen Fernsehen zu sehen sind und ganz ehrlich, diese Chance wird auf längere Sicht noch sehr weh tun.

 

Ich möchte am Ende jedes Blogs immer noch positive und negative Punkte hervorheben. Werde das in der folgenden Zeit dann nur noch Register-Ups und Register-Downs nennen.

 

 Register-Ups:

 

Zum Glück gab es aber auch ein paar positive Lichtblicke bei dieser EM. Ganz oben zu nennen ist da natürlich Nils Giffey. Klasse was der Junge vom College spielt und das auch äußerst konstant. Sehr athletisch mit gutem Wurf und für mich die Zukunft auf seiner Position. Auch muss ich sagen, dass Robin Benzing zumindest offensiv gut Verantwortung übernommen hat. Im Großen und Ganzen hat dieses Team viel Potenzial, nur muss man es eben auch herauskitzeln.

 

Register_Downs:

 

 Ich hab es ja im Grunde schon ausgeführt, für mich war es einfach ein überforderter Coach, der meiner Meinung nach keinerlei Autorität ausstrahlt. Dazu auch Personalentscheidung die mir ein absolutes Rätsel sind. Lischka herauszuwerfen, und das sage ich als Ulmer, war ein großer Fehler. Denn sich dann zu wundern, das Benzing ständig in Foulproblemen ist, nur weil er auf der falschen Position spielt zeugt auch nicht gerade von großem Fachwissen. Eines noch am Ende, was ich sehr schade fand ist das absolut der Kampf und die Emotion gefehlt hat, denn das ist es warum wir Basketball so lieben!

21.9.13 19:58, kommentieren